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Versbuch

Humpelnde Welt

Joachim Ringelnatz · 18831934

14 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1933

Es bleibt nicht aus, daß man den Mut verliert,Wenn man schon längere Zeit mit seinen wundenFüßen herumexperimentiert. –Ich hatte noch immer nicht den richtigen Schuh,Die richtige Sohle, die richtige Salbe gefunden;Ich sah – fast getröstet – anderen Humpelnden zu.

Und kam ein Morgen, ein kalter, unangenehmer,Der hatte – mir günstig – mir freudige Post beschert.Ich humpelte weinwärts, aber ich hinkte bequemerAls sonst. Und fand alles Leben so lebenswert.

Ich glaube: es schneite, donnerte, regnete,Rauchte. – Aber für mich nicht bestellt.Mir lächelte alles, was mir begegnete.Auch du kannst so schön sein, humpelnde Welt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
103 Gedichte, S. 11–12, 1. Auflage, Ernst Rowohlt, Berlin, 1933
Digitalisat
de.wikisource.org — „Humpelnde Welt“, Fassung 3.778.975 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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