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Versbuch

Das Lied des Bettlers

Rainer Maria Rilke · 18751926

20 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Ich gehe immer von Thor zu Thor,verregnet und verbrannt;auf einmal leg ich mein rechtes Ohrin meine rechte Hand.Dann kommt mir meine Stimme vorals hätt ich sie nie gekannt.

Dann weiß ich nicht sicher wer da schreit,ich oder irgendwer.Ich schreie um eine Kleinigkeit.Die Dichter schrein um mehr.

Und endlich mach ich noch mein Gesichtmit beiden Augen zu;wie’s dann in der Hand liegt mit seinem Gewichtsieht es fast aus wie Ruh.Damit sie nicht meinen ich hätte nichtwohinichmeinHauptthu.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 2. Buch Teil 12, S. 134, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Lied des Bettlers“, Fassung 2.357.789 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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