In die tiefsten Gründe
Paul Haller · 1882–1920
20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1922
In die tiefsten GründeWill ich mich begraben,Wo ich nichts von eurer WeltUnd ihrer Qual muß haben.
Wo die fremde SündeUnd die eigne schwindetUnd mich nur die heilge FreudeMit der Einsamkeit verbindet.
Wo ich zwischen BäumenFern von aller PredigtFrei bin von der GeistlichkeitUnd der Müh entledigt.
Dahin will ich wandernUnd die Felsen küssen,Und vor einer SilberquelleAuf den Knien büßen.
In die tiefsten GründeWill ich mich begraben,Wo ich nichts von eurer WeltUnd ihrer Qual muß haben.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 39, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „In die tiefsten Gründe“, Fassung 876.796 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.
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