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Versbuch

Geistliches Lied

Georg Trakl · 18871914

24 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1913

Zeichen, seltne StickereinMalt ein flatternd Blumenbeet.Gottes blauer Odem wehtIn den Gartensaal herein,Heiter ein.Ragt ein Kreuz im wilden Wein.

Hör’ im Dorf sich viele freun,Gärtner an der Mauer mäht,Leise eine Orgel geht,Mischet Klang und goldenen Schein,Klang und Schein.Liebe segnet Brot und Wein.

Mädchen kommen auch hereinUnd der Hahn zum letzten kräht.Sacht ein morsches Gitter gehtUnd in Rosen Kranz und Reihn,RosenreihnRuht Maria weiß und fein.

Bettler dort am alten SteinScheint verstorben im Gebet,Sanft ein Hirt vom Hügel gehtUnd ein Engel singt im Hain,Nah im HainKinder in den Schlaf hinein.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 22, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1913
Digitalisat
de.wikisource.org — „Geistliches Lied“, Fassung 2.555.736 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Trakl starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118623575 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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