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Versbuch

Weinlied

Otfried Krzyzanowski · 18861918

20 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Starker, goldener Wein! Du bistWie das Glück im Spiel.

Ewig gleich aus deinem Innern, obWir wild werden, toll werden, bös werden,Strahlt die Verlockung.

Du und ein fragendes Kind! Ihr wecktDas arge Wissen in uns, doch ihrGebt auch das Vergessen.

Du bist die Lust zu gestehen, bistDie Lust zu verhehlen, deinIst Klarheit und Heimlichkeit.

Ewig gleich aus deinem Innern, obWir traurig sind, ob wir froh sind,Strahlt die Verlockung.

Und du bist wie die großen Geister.Du machst uns stolz, bis wirHintaumeln, machst uns stark, bis duUns umwirfst. Freund, Verführer und Herr!Denn dein heiliges SeinIst nicht erkannt, nicht gewürdigt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Unser täglich Gift S. 16, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Weinlied“, Fassung 584.275 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Otfried Krzyzanowski starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 128523778 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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