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Versbuch

Frau Carry Brachvogel

Rainer Maria Rilke · 18751926

8 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1898

Ein weisses Schloss in weisser Einsamkeit.In blanken Sälen schleichen leise Schauer.Totkrank krallt das Gerank sich an die Mauer,Und alle Wege weltwärts sind verschneit.

Darüber hängt der Himmel brach und breit.Es blinkt das Schloss. Und längs den weissen WändenHilft sich die Sehnsucht fort mit irren Händen ...Die Uhren stehn im Schloss: Es starb die Zeit.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Advent, S. 27, 1. Auflage, P. Friesenhahn, Leipzig, 1898
Digitalisat
de.wikisource.org — „Frau Carry Brachvogel (Rilke)“, Fassung 879.042 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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