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Versbuch

Wenn Jener wiederkäme …

Kurt Tucholsky · 18901935

32 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 19. Oktober 1926

Wenn Jener wiederkäme … von Theobald Tiger

In Holland ruht des Holzhauers Hacke.Da ist eitel Freude und Koffergepacke –au backe!Da legen Lakaien in die ganz enormenKisten die feldgrauen Uniformen …„Er kehrt uns zurück“, sagt der Zeitungsbericht.Warum eigentlich nicht –?

Warum eigentlich nicht –?Im Fall eines Fallesfände er ja doch schließlich Allesunverändert …Seine Richter. Sein Militär.Seine Untertanen. Und noch viel mehr:Seinen Feldmarschall. Seinen Schulunterricht.Also warum eigentlich nicht –?

Er fände auch seinen Reichstag wieder.Hörte die alten, lieben Liederder Sozialdemokraten …Da sitzen noch dieselben Leute,die mit ihm gebrüllt – damals wie heute.Die seine Kriegsverbrechen gebilligt.Keine Sorgen – Alles bewilligt!Und was auch die Republik verspricht:Warum eigentlich nicht –?

Dem Reisenden ist Ruhe zu gönnen.Die Flucht hätte er sich sparen können.Sie sind ja so artig …Denn eine deutsche Revolution, die eint,ist niemals nicht persönlich gemeint.Fahr nicht nach Homburg. Komm nach Berlin!Kehr zurück! Hier wird dich Alles verziehn.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Weltbühne. Jahrgang 22, Nummer 42, Seite 607, Verlag der Weltbühne, Berlin, 19. Oktober 1926
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wenn Jener wiederkäme …“, Fassung 1.001.909 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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