Zum Inhalt springen
Versbuch

Lied der Zeitfreiwilligen

Alfred Henschke · 18901928

23 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1927

Ich bin ein Zeitfreiwilliger,und stehle dem lieben Gott die Zeit.Es lebt sich billiger,wenn man: Nieder mit den verfluchten Spartakisten schreit.Fuffzehn Märker den Tag. Danebenallens frei. Es ist ein herrliches Leben.Juchhei.

Ich verdiente mir meine Sporenbei Kapp.Als dessen Sache verloren,zog ich ab.Ich gehöre wieder zu den Regierungstreu’nund habe den Schutz der Verfassung erkoren.Ich breche alle Eide von acht bis neun,die ich von sieben bis acht geschworen.

Neulich bei Mechterstädt: Pst ...zeigten wir’s den Arbeiterlaffen.Falls es irgendwo ruhig ist,muß man eben künstlich Unruhe schaffen.Laßt die Maschinengewehre streichen!Ins Kabuff.Immer feste druff.Unsre Anatomie braucht Leichen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Harfenjule S. 29, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
Digitalisat
de.wikisource.org — „Lied der Zeitfreiwilligen“, Fassung 1.167.095 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Alfred Henschke

Alle Gedichte von Alfred Henschke ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.