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Versbuch

Zirkus des Lebens

Kurt Tucholsky · 18901935

22 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 13. Februar 1920

In der Manege hat man sich versammelt.Da unterrichtet wer sein Stachelschwein,dieweil ein Herr auf einem Esel bammelt –ein Nigger träuft sich etwas Whisky ein …Na und?Na und?Da ist schon eben so – die Welt ist bunt.

O Publikum! Zu früh darfst du nicht lachen.Daß du die Lebensregeln gar nicht lernst!Die Logen tun dieselben dummen Sachen.Der Unterschied ist nur: man nimmt sich ernst!Na und?Na und?Da ist schon eben so – die Welt ist bunt.

Und siehst du um dich, siehst die wilde Meute,die bösen Buben, trikolor bemalt,da fragst du dich: Was haben nur die Leute?Sind das auch Clowns? Und werden sie bezahlt?Mein lie-ber Mann:Sie tun das gratis – und sie glauben dran!

Theobald Tiger

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Ulk Jahrgang 49. Nummer 7. Seite 27, Rudolf Mosse, Berlin, 13. Februar 1920
Digitalisat
de.wikisource.org — „Zirkus des Lebens“, Fassung 1.011.938 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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