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Versbuch

Wetterhäuschen

Kurt Tucholsky · 18901935

19 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Mal gehts uns gut. Dann brüllt der Chor der Rache.Die Weltenunterjocher werden wild.Der Bizeps steigt. Der Kluge ist der Schwache.Nur Macht ist Recht, die Mannessehne schwillt –Mal gehts uns gut.

Mal klappts nicht so. Sieh da: die Idealenzitieren Luther, Goethe und von Kleist.Ein Krämervolk nur pocht auf seine Zahlen,und man besinnt sich plötzlich auf den Geist –Mal klappts nicht so.

Und jenachdem der Stand schlecht oder bene,drehn sich aus ihrem kleinen Haus von HolzMars aus Papiermaché, Pallas Athene,ein jedes unumschränkt und stolz –Ganz jenachdem.

Sieh ohne Ehrfurcht auf die bunte Puppe;sie ist beweglich, drum erkenn daraus:Wer vorne steht, ist ja wohl gänzlich schnuppe –Der Himmel machts ... und nicht das Wetterhaus!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 17, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wetterhäuschen“, Fassung 3.779.425 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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