Ersterbendes Gemurmel
Kurt Tucholsky · 1890–1935
24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1919
Allherbstlich, wenn die braunen Blätter fallen,fällt auch dem Dichter dies und jenes ein.Er sieht, wie Wolken sich zusammenballen,er hört der Völker wilde Streiterein …Der deutsche Dichter kratzt sich an den Wadenund fängt sich still den letzten Sommerfloh;und denkt: du könntst dich auch mal wieder badenund überhaupt und so …
Ich bin ein Preuße. Pfui auf die Verneinung!Ich lob die positive Position.Und ich besitz das Recht der freien Meinungin Wort und Bild und auch im Grammophon.Ich sage, was ich will, und sag es feste,am Stammtisch sag ichs und im Wahlbureau.Stolz sag ichs und mit einer weiten Geste:„ … und überhaupt und so …“
Ich wohnte schon in vielen, vielen Zimmern,am Meer, in Bukarest, in Großenhain;und immer hört ich eine Jöhre wimmern,ein Schreihals muß in jeder Straße sein.Dann mach ich mir so allerhand Gedanken,zum Beispiel über unsern Reventlow –Die kleinen Kinder haut man auf den blankenund überhaupt und so …
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Fromme Gesänge, S. 28, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ersterbendes Gemurmel“, Fassung 4.467.499 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.