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Versbuch

Er verheiratet sie

Kurt Tucholsky · 18901935

18 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Reicht mir den Kranz, reicht mir den Myrtenschleier!Der Unschuld grünes Kränzlein tragt herbei!So schick ich Clairen an Direktor Meyer – –(Mitgift anbei).

Bedenk: Du schreitest nun ins wilde Leben!„Zum ersten Mal“ – ein schwerer Schritt, mein Kind!Was früher war, Gott, das vergißt man eben …und er –ist blind.

Sein Tastsinn sei ein wenig unentwickelt,und tobt er brüllend wie ein brünstiger Leu:dann glänzt die liebe Unschuld frisch vernickeltso gut wie neu …

So zeuch denn hin, du liebe Maculata!Zart überhaucht von bräutlich rosa Glück …Ich hätt gelacht? Todernst. Wie eine FataMorgana verschwindest du – –ich grüße leicht zurück.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 109, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Er verheiratet sie“, Fassung 3.790.866 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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