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Versbuch

Die Dirne

Karl Henckell · 18641929

37 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1921

Schleiche auf dunklem Flur,Schleppe grauen Gram.Bin ja, bin ja nurEine alte Hur’:Habt mich für Geld.Kenne auf der WeltKeine Scham –Ein Tier!

War doch auch ein Kind,Rein wie ihr,Las in dem Angebind,Dem Samtbrevier:Herrgott, dich loben wir –Bin wie ihr gesprungenZu Spiel und Tanz,Habe so hell gesungenAuf sonniger Heide:Wir winden dir den Jungfernkranz –Jungfernkranz! –Mit veilchenblauer Seide ...Schleiche auf dunklem Flur,Häßliche, alte Hur’,Gehorsamer Diener!Gehorsamer Diener! –Gott!! –Mütterchen, was sagt der liebe Gott?„Beten, beten!“

Heißa, heißa, hopsassa!La la la ...Hopsassa!Schöner grüner,Schöner grüner Jungfernkranz!– – Mir wird schlecht. –Hunger – Brot! Brot!Liebste für’n Lumpengeld,Ist doch ’ne elende Welt! –O läg’ ich tot ...!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Karl Henckell: Gesammelte Werke Bd. 2 München 1921 S. 44–45, J. M. Müller, München, 1921
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Dirne (Karl Henckell)“, Fassung 3.488.083 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Henckell starb 1929; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1999 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118835289 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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