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Versbuch

Kunst die spröden zu fangen

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

21 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1965 (Faksimile)

Oft führt’ ich sie zum Hayne,Und war mit ihr alleine;O wie war ich erfreut!Ist je ein Paar alleine,Ist Amor niemals weit

Du brauchst nicht scharf zu zielen,Die Brust ist ohnbewehrt.Ich hab’ ihr, wie im Spielen,Gar manches schon gelehrt,Was ohne sich zu fühlen,Kein junges Mädgen hört.

Und kraftlos sank ihr Haupt zurükke.Erst irrten unbestimmt die BlikkeUmher, und fielen dann auf mich,Und eilten weg, und kamen wieder.Sie lächelte und schlug die Augen nieder,Ihr fühlbar Herz empörte sich,Und schikte brennendes VerlangenIn ihren Busen, auf die Wangen,Die Wangen glühten, und der Busen stieg.Da rief ich: Sieg! Sieg, Amor, Sieg!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Annette. S. 29-37, Insel-Verlag (Faksimile), Leipzig, Frankfurt a. M. (Faksimile), 1965 (Faksimile)
Digitalisat
de.wikisource.org — „Kunst, die Spröden zu fangen, Zwote Erzählung“, Fassung 3.778.811 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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