Wilhelmshöhe
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
21 Zeilen · zuerst gedruckt 1928 (EA 1927)
An Bäumen und Steinen vorüber.Dort oben soll Ledderhose sein.„Das Leben wird täglich trüber“,Sagen die Leute. Wie magEs erst im November sein?!Nein, da trinke ich lieberJetzt, am hellichten Nachmittag,Bei Ledderhose mit mir allein Wein.Das hockt sich – wie eine Krähe –Dort scheu vergnügt und allen fremd.Ich brauchte mindestens zwei FlöheFür einen Reim auf Wilhelmshöhe,Fühl aber nur vergangene Angst im Hemd.Doch hab ich inzwischen den Ring versetzt.Für zweihundert Mark!Und du kannst dir denken: JetztBin ich ein König und stark, stark.Wichtwürdige GesichterBalancieren rings um mich her,Als wären es alles Richter. –Ich aber denke an dich, Peter Scher.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Reisebriefe eines Artisten, S. 16, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (EA 1927)
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Wilhelmshöhe“, Fassung 1.065.668 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.