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Versbuch

Schläge

Joachim Ringelnatz · 18831934

14 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Es schlägt im Busch eine Nachtigall.Es schlägt ein Knecht auf dem SommerballEinem andern den Schädel entzwei.Es schlägt eine Turmuhr Drei.

Es sagt die Nacht, wenn sie vorbeiIst: „Guten Tag!“Es schlägt ein frischer TrommelschlagDie Schläfrigkeit zu Brei.

Es sagt der Tag, wenn er vergeht:„Gut Nacht!“ Will nichts besagen.Schlägt alles – auch letzte Stunde – vorbei.Doch wer sich drauf und dran versteht,Der hört in jeder SchlägereiHerzen schlagen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Schläge“, Fassung 3.779.956 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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