Ich habe an deiner Brüste Altar
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
11 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1910
Die Nacht bei dir durchsonnen.Ich träumte unendliche WonnenIm Zauberdufte aus deinem Haar.
Den Blütenstaub der Jugend am Leib,Lagst du mit fiebernder StirneAls Fremde bei mir – – eine Dirne,Und warst ein halberblühtes Weib.
Und Tränen sah ich, so heimatfremd,So sündenschön verrinnen.Sie netzten ein schneeiges Linnen.Das glich einem Totenhemd.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 33, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ich habe an deiner Brüste Altar“, Fassung 2.543.410 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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