Ich habe dich so lieb
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
23 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1928
Ich habe dich so lieb!Ich würde dir ohne BedenkenEine Kachel aus meinem OfenSchenken.
Ich habe dir nichts getan.Nun ist mir traurig zu Mut.An den Hängen der EisenbahnLeuchtet der Ginster so gut.
Vorbei – verjährt –Doch nimmer vergessen.Ich reise.Alles, was lange währt,Ist leise.
Die Zeit entstelltAlle Lebewesen.Ein Hund bellt.Er kann nicht lesen.Er kann nicht schreiben.Wir können nicht bleiben.
Ich lache.Die Löcher sind die HauptsacheAn einem Sieb.
Ich habe dich so lieb.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Allerdings, S. 7, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ich habe dich so lieb“, Fassung 3.026.567 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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