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Versbuch

Hundstagsgespräch

Joachim Ringelnatz · 18831934

22 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1929

„Die Menschen sind HundeUnd sie müßten uns ‚Menschen‘ nennen,“Sagte einer der WindhundeNach dem ersten Rennen.„Wenn man Menschen falschen Hasen vorsetzt,Endet der dann auch in ihrem Magen.Aber was haben wir von dem Hasen zuletzt,Den sie vor uns herjagen?“

„Falscher Hase hin – falscher Hase her –“Sagte der zweite Windhund.„Ich bin schließlich doch kein Kind undSetze mich auf meine Art zur Wehr.“

„Wehr setzen – Wehr setzen –“Sagte der dritte Windhund.„Damit erreicht man nichts. Nein,Paßt auf, beim nächsten FalschenhasenhetzenLaufe ich zunächst geschwind undBleibe plötzlich stehn und hebe ein Bein.“

„Bein heben oder Nichtbeinheben –Lasset uns wenigstens sportlich rein leben,“Sagte Hund Vier und unterbrachSich und lief einer Hündin nach.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Hundstagsgespräch“, Fassung 3.780.069 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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