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Versbuch

Hamburger Zimmerleute

Joachim Ringelnatz · 18831934

23 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1934

Die Kelle schurft, die Säge klingt.Ein Kerl sitzt mit ZylinderhutIm Dachbau arbeitend und singt.

Hamburger Jungs. Wir sind euch gut,Dem Maurer und dem Zimmerer.

Wir drehn uns um, wir bleiben stehn,Wenn sie an uns vorübergehnMit dem traditionellenMetallknopfsamt und mit dem Stock,Der komisch schlängelt im Barock,

Armtapfere Gesellen,Mit jenem Bündel Habenichts,Schon glücklich unterm großenSchlapphut, in GlockenhosenAusschreitend sicheren Gesichts.

Und ist auch einer dann und wannKein Hamburger, noch Zimmermann,Nur Handwerksbursche, „Fechter“,Sei nett zu ihm. – Kein schlechterMensch treibt leicht solche Tradition.Harmlosigkeit verdient schon Lohn.

Und wer da wandert bescheiden,Den mag doch jeder leiden.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 34–35, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
Digitalisat
de.wikisource.org — „Hamburger Zimmerleute“, Fassung 3.778.860 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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