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Versbuch

Berlin (An den Kanälen)

Joachim Ringelnatz · 18831934

28 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1933

Auf den BänkenAn den KanälenSitzen die Menschen,Die sich verquälen.

Saufende Lichter,Tausend GesichterBlitzen vorbei: Berlin.Übers GewässerNebelt Benzin…Drunten wär’s besser.

Hinter der BrückeFlog eine MückeIns Nasenloch.

Loch meiner Nase,Nasenloch, niese dochIn die stille Straße!

Auf dem Omnibus, im DachRütteln meine Knochen,Werden gute Worte wach,Bleiben ungesprochen. – –

Ach, da fällt mir die alte Zeitungsfrau ein –Vanblix oder Blax soll sie heißen –Die hat ein so seltsames Schütteln am Bein,Daß alle Hunde sie beißen. –

An den KanälenAuf den dunklen BänkenSitzen die Menschen, dieSich morgens ertränken.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
103 Gedichte, S. 74–75, 1. Auflage, Ernst Rowohlt, Berlin, 1933
Digitalisat
de.wikisource.org — „Berlin (An den Kanälen)“, Fassung 4.467.417 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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