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Versbuch

Am alten Platz

Joachim Ringelnatz · 18831934

15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1910

Ihr seid es! Ich sehe euch wieder,Ihr Tannen dunkelgrün,Du alte Bank unterm FliederUnd aus des Brunnens KarfunkelsprühnKlingen vergessene Lieder.

Wo einst wir süßes GelüstenLiebend und hoffend versäumt,Wo wir uns tausendmal küßten,Rauschen die Bäume, verhärmt und verträumt,Als ob sie Alles wüßten.

Ich höre die Vögel singenVon einem toten KindUnd silberne Glocken klingen.Mir ist, als müßte der BlütenwindEin Lächeln von ihr mir bringen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 38, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
Digitalisat
de.wikisource.org — „Am alten Platz“, Fassung 2.543.046 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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