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Versbuch

Hoffnung

Erich Mühsam · 18781934

21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1920

1910

Von meiner Hoffnung laß ich nicht,ich ließe denn mein Leben,daß einmal noch das Weltgerichtein Lächeln muß umschweben.

Und kann es nicht durch Gott geschehn,daß sich die Menschheit liebe,so muß es mit dem Teufel gehn,dem sich die Welt verschriebe.

Der Teufel hol Gesetz und Zwangsamt allen toten Lettern!Er leih dem Geiste Mut und Drang,die Tafeln zu zerschmettern!

Am Anfang trennte Gottes Ratdie Guten von den Bösen.Am Ende steht die Menschentat,den Gottesbann zu lösen.

Stumm starrt der Weltengeist und friert,wo wild Begriffe toben.Wenn einst das Wort die Tat gebiert,wird er uns lächelnd loben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Brennende Erde. Verse eines Kämpfers, S. 12, Kurt Wolff Verlag, München, 1920
Digitalisat
de.wikisource.org — „Hoffnung (Mühsam)“, Fassung 3.513.104 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Erich Mühsam starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118584758 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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