Zola †
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
53 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Zola ist tot! –Vom SeinestrandeTraf uns die KundeWie Dolchesstoß. –
Der große Zola,Der Held so gewaltig,Stieg nieder zum Hades,In’s Reich der Seelen.Erlauchte SchattenDer Dichter-TitanenEmpfangen, geleitenDen großen Toten.
Shakespeare, der Brite,Voran dem Zuge,Heißt ihn willkommen.Dann winkt ihm Hugo,Der edle Hugo,Und beide wandeln,Abseits den andern,Auf SammetwiesenVon Asphodelos. –
Wie Siegfried sankVon Hagens Hand,Sank Zola der Riese. –
Urplötzlich, furchtbar,Ohn’ jede Ahnung,Traf ihn das Schicksal –Arglos im SchlafeGemordet hat ihnDer nimmersatte,Tückische Würger. –
Wer war Zola?Zola war Freiheit!Zola war Licht!Der Schwachen Hort!Der Lüge Henker!
Ein Schwert war Zola,Ein Schwert des Rechtes!Zola war Rächer,Rächer und Retter –Und mehr, viel mehr noch!Das ist die Antwort. –
Wo Menschen wohnen,Die nicht Barbaren –Sie kennen Zola,Sie lieben Zola,Sie tragen Leid. –
Wir tragen LeidUm ihn, um uns. –Denn er war unser,Uns zugesellet,Dem Heer der Kämpfer. –Wir tragen Leid. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 125-126, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Zola † (Kämpchen)“, Fassung 1.228.346 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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