Wie ich dichte
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Indess’ mein Arm die Keilhau schwingt,Sinnt Kopf und Herz auf schöne Lieder,Und wie die Arbeit sich verringt,So mehren sich der Verse Glieder.
Und wird zu lang der Reime Zahl,Daß ich den Text nicht kann behalten,So macht auch dies mir keine Qual,Ich lasse dann den Bleistift walten.
Ein Stückchen hab’ ich stets bei mir,Dazu ein Stück der Butterdüte,So ist zur Hand auch das PapierUnd meine Dichterei in Blüte.
So hab’ ich manches Lied gemacht,Indess’ die Keilhau ich geschwungen,In Dunst und Qualm, im tiefen Schacht,Was ihr am Tage froh gesungen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 97, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Wie ich dichte (Kämpchen)“, Fassung 1.228.574 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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