Warte, warte, wilder Schiffmann
Heinrich Heine · 1797–1856
19 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1827
Gleich folg’ ich zum Hafen dir;Von zwei Jungfraun nehm’ ich Abschied,Von Europa und von Ihr.
Blutquell, rinn’ aus meinen Augen,Blutquell, brich aus meinem Leib,Daß ich mit dem heißen BluteMeine Schmerzen niederschreib’.
Ei, mein Lieb, warum just heuteSchauderst du, mein Blut zu sehn?Sahst mich bleich und herzeblutendLange Jahre vor dir stehn!
Kennst du noch das alte LiedchenVon der Schlang im Paradies,Die durch schlimme ApfelgabeUnsern Ahn in’s Elend stieß?
Alles Unheil brachten Aepfel!Eva bracht’ damit den Tod,Eris brachte Trojas Flammen,Du bracht’st beides, Flamm’ und Tod.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Buch der Lieder, Junge Leiden, Lieder, S. 44–45, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Warte, warte, wilder Schiffmann“, Fassung 1.625.064 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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