Wechsel
Heinrich Heine · 1797–1856
18 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1844
XVII.Wechsel.
Mit Brünetten hat’s ein Ende!Ich gerathe dieses JahrWieder in die blauen Augen,Wieder in das blonde Haar.
Die Blondine, die ich liebe,Ist so fromm, so sanft, so mild!In der Hand den LiljenstengelWäre sie ein Heil’genbild.
Schlanke, schwärmerische Glieder,Wenig Fleisch, sehr viel Gemüth;Und für Liebe, Hoffnung, Glaube,Ihre ganze Seele glüht.
Sie behauptet, sie verstündeGar kein Deutsch – ich glaub’ es nicht.Niemals hättest Du gelesenKlopstock’s himmlisches Gedicht?
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Neue Gedichte. Seite 199-200, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, 1844
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Wechsel (Heine)“, Fassung 5.018.211 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.