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Versbuch

Salomo

Heinrich Heine · 17971856

18 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1851

X.Salomo.

Verstummt sind Pauken, Posaunen und Zinken.An Salomo’s Lager Wache haltenDie schwertgegürteten Engelgestalten,Sechstausend zur Rechten, sechstausend zur Linken.

Sie schützen den König vor träumendem Leide,Und zieht er finster die Brauen zusammen,Da fahren sogleich die stählernen Flammen,Zwölftausend Schwerter, hervor aus der Scheide.

Doch wieder zurück in die Scheide fallenDie Schwerter der Engel. Das nächtliche GrauenVerschwindet, es glätten sich wieder die BrauenDes Schläfers, und seine Lippen lallen:

O Sulamith! das Reich ist mein Erbe,Die Lande sind mir unterthänig,Bin über Juda und Israel König –Doch liebst du mich nicht, so welk’ ich und sterbe.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Romanzero. Zweites Buch: Lamentationen. Seite 181, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Salomo (Heine)“, Fassung 1.060.984 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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