Manch Bild vergessener Zeiten
Heinrich Heine · 1797–1856
23 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1827
Steigt auf aus seinem Grab,Und zeigt wie in deiner NäheIch einst gelebet hab’.
Am Tage schwankte ich träumendDurch alle Straßen herum;Die Leute verwundert mich ansah’n,Ich war so traurig und stumm.
Des Nachts da war es besser,Da waren die Straßen leer;Ich und mein Schatten selbander,Wir wandelten schweigend einher.
Mit wiederhallendem Fußtritt’Wandelt ich über die Brück’;Der Mond brach aus den Wolken,Und grüßte mit ernstem Blick’.
Steh’n blieb ich vor deinem HauseUnd starrte in die Höh’,Und starrte nach deinem Fenster, –Das Herz that mir so weh’.
Ich weiß du hast aus dem FensterGar oft herab geseh’n,Und sah’st mich im MondenlichteWie eine Säule steh’n.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Buch der Lieder, Lyrisches Intermezzo, S. 142, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Manch Bild vergessener Zeiten“, Fassung 3.778.653 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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