Menschheit
Georg Trakl · 1887–1914
10 Zeilen · zuerst gedruckt 1913
Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt,Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen,Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt,Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen:Hier Evas Schatten, Jagd und rotes Geld.Gewölk, das Licht durchbricht, das Abendmahl.Es wohnt in Brot und Wein ein sanftes SchweigenUnd jene sind versammelt zwölf an Zahl.Nachts schrein im Schlaf sie unter Ölbaumzweigen;Sankt Thomas taucht die Hand ins Wundenmal.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 35, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1913
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Menschheit“, Fassung 2.555.722 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Georg Trakl starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118623575 der Deutschen Nationalbibliothek.
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