Nachtlied
Georg Trakl · 1887–1914
9 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1913
Des Unbewegten Odem. Ein TiergesichtErstarrt vor Bläue, ihrer Heiligkeit.Gewaltig ist das Schweigen im Stein;
Die Maske eines nächtlichen Vogels. Sanfter DreiklangVerklingt in einem. Elai! dein AntlitzBeugt sich sprachlos über bläuliche Wasser.
O! ihr stillen Spiegel der Wahrheit.An des Einsamen elfenbeinerner SchläfeErscheint der Abglanz gefallener Engel.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 60, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1913
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Nachtlied“, Fassung 2.555.694 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Georg Trakl starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118623575 der Deutschen Nationalbibliothek.
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