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Versbuch

Ob feindselige Winde

Georg Friedrich Daumer · 18001875

21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1846

LXIII.

Ob feindselige WindeSchreckhaft tosen, o gräme dich nicht!Denn hold werden im LenzeLüftlein kosen, o gräme dich nicht!

Ob erstorbne GebüscheRings dein Auge beleidigen,Aus dem Tode lebendigBlüh’n einst Rosen, o gräme dich nicht!

Ob durch stachlige WüsteHin zur Kaba die Reise geht,Laß dich Dornen und DistelnNicht erbosen, o gräme dich nicht!

Ob glückseliger HeimathJussuf grausam entrissen weint,Hoch in Glorie prangt einst,Der verstoßen, o gräme dich nicht!

Alles kreiset und wechselt,Auch dein Leiden, es wandelt sich;Nicht erliege den herbenSchicksalslosen, o gräme dich nicht!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte: nebst poetischen Zugaben aus verschiedenen Völkern und Ländern. S. 38, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1846
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ob feindselige Winde“, Fassung 514.721 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Friedrich Daumer starb 1875; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1945 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118678957 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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