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Versbuch

Die Schleebeeren

Friederike Brun · 17651835

22 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1795

An Julie.

(1781.)

Freudeduftend im Lenz,Blühtet ihr, Beeren, so hold!Lächelnd flocht ich da Kränze für dich,Wand sie tändelnd ins lockigte Haar,Julie! dir.

Ach! gerecht seyd ihr jezt,Füllet mit Thränen mein Aug’Und mit Wehmut mein klopfendes Herz!Ach! Ihr reiftet, und Julie fliehtEilend von uns!

Freundlich blühet ihr auf,Hoffnungen künftigen Glücks;Labt mit Wonne die sehnende Brust.Keiner, auch der Geliebtesten nicht,Schonet die Zeit:

Reißt sie grausam hinab,In der Vernichtungen StromJede Blüte der Hofnung hinab!Traurig sehn wir der Welle dann nach,Wie sie zerrinnt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 46–47, Orell, Gessner, Füssli & Comp., Zürich, 1795
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Schleebeeren“, Fassung 3.569.024 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Friederike Brun starb 1835; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1905 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118516051 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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