Galathea
Frank Wedekind · 1864–1918
20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1905
O, wie brenn’ ich vor Verlangen,Galathea, schönes Kind,Dir zu küssen deine Wangen,Weil sie so verlockend sind.
Daß ich auch die Gnade fände,Galathea, schönes Kind,Dir zu küssen deine Hände,Weil sie so verlockend sind.
Und was tät ich nicht, du süßeGalathea, schönes Kind,Dir zu küssen deine Füße,Weil sie so verlockend sind.
Und mich treibt der Pulse Stocken,Galathea, schönes Kind,Dir zu küssen deine Locken,Weil sie so verlockend sind.
Aber deinen Mund enthülle,Mädchen, meinen Küssen nie,Denn in seiner Reize FülleKüßt ihn nur die Phantasie.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die vier Jahreszeiten, 1. Auflage, Albert Langen, Verlag für Litteratur und Kunst, München, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Galathea“, Fassung 3.779.974 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Frank Wedekind starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118629867 der Deutschen Nationalbibliothek.
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