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Versbuch

Das Wüstenschiff

Frank Wedekind · 18641918

22 Zeilen · zuerst gedruckt 1905

Bist schön wie eine Lilie;Ich lieb’ dich, ich lieb’ dich.Du bist aus guter Familie;Ich liebe dich, ach so heiß!Reich mir dein schlankes Händchen,Und von dem schmalen GelenkLös’ ich das schneeweiße BändchenMir ewig zum Gedenk.Wie Sammet so weich,Wie die Sonne so warm,Wie der Mondenschein bleichIst dein zierlicher Arm.Das Mieder züchtig verschlossen …Nein, werd mir nicht bang,Der Gefühle gewaltiger DrangHat sich schon stürmisch ergossen.Nun nur noch einen zärtlichen Blick,Dann kehr’ ich zurückIn mein reinliches Kämmerlein,Schließe mich einUnd denke deinAm Fenster im Mondenschein. – Sela.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die vier Jahreszeiten, S. 17, 1. Auflage, Albert Langen, Verlag für Litteratur und Kunst, München, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Wüstenschiff“, Fassung 2.363.782 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Frank Wedekind starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118629867 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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