Der Prügelheini
Frank Wedekind · 1864–1918
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Der Prügelheini, der ist mein Mann,Der ist eine Menschenplage;Der prügelt, was er mich prügeln kannDie Nächte sowie die Tage.
Heut’ Mittag stürzt er noch auf mich los:„Du bist mir untreu gewesen!Das steht in Buchstaben riesengroßAuf deiner Stirne zu lesen!“ –
„Bei Gott, mein Heini, dir blieb ich treu!Sonst steht mir nichts auf der Stirne.“ –Da schwang er seinen Prügel aufs neu:„Dich schlag ich nieder, du Dirne!“ –
Und als ich ihm zitternd zu Füßen sank,Ich ärmste von allen Frauen,Da warf er mich hin auf die GartenbankUnd hat mich zusammen gehauen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die vier Jahreszeiten, 1. Auflage, Albert Langen, Verlag für Litteratur und Kunst, München, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Prügelheini“, Fassung 3.780.066 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Frank Wedekind starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118629867 der Deutschen Nationalbibliothek.
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