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Versbuch

Schwüle

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1882

Trüb verglomm der schwüle Sommertag,Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag –Sterne, Sterne – Abend ist es ja –Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang!Schilf, was flüsterst du so frech und bang?Fern der Himmel und die Tiefe nah –Sterne, warum seid ihr noch nicht da?

Eine liebe, liebe Stimme ruftMich beständig aus der Wassergruft –Weg, Gespenst, das oft ich winken sah!Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?

Endlich, endlich durch das Dunkel bricht –Es war Zeit! – ein schwaches Flimmerlicht –Denn ich wußte nicht wie mir geschah.Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 47, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Schwüle (Meyer)“, Fassung 2.345.125 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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