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Versbuch

Schnitterlied

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

14 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1882

Wir schnitten die Saaten, wir Buben und Dirnen,Mit nackenden Armen und triefenden Stirnen,Von steigenden dunkeln Gewittern bedroht –Gerettet das Korn! Und nicht Einer der darbe!Von Aehre zu GarbeIst Raum für den Tod –Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot!

Hoch thronet ihr Schönen auf güldenen SitzenIn strotzenden Garben umflimmert von Blitzen –Nicht Eine die darbe! Wir bringen das Brot!Zum Reigen! Zum Tanze! Zur tosenden Runde!Von Becher zu MundeIst Raum für den Tod –Wie schwellen die Lippen des Lebens so rot!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Schnitterlied“, Fassung 2.083.509 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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