Die drei gemalten Ritter
Conrad Ferdinand Meyer · 1825–1898
22 Zeilen in 11 Strophen · zuerst gedruckt 1882
„Frau Berte, hört: Ihr dürftet nunMir einmal einen Gefallen thun!“
– „Was denkt Ihr, Graf? Wohin denket Ihr?Vor den drei gemalten Rittern hier?“
Drei Ritter prahlen auf der WandMit rollenden Augen, am Dolch die Hand.
„Wer, Frau, ist diese Ritterschaft?“– „Drei Vettern und alle drei tugendhaft!
Gelobt Ihr, Graf, die Ehe mirBei den drei gemalten Rittern hier,
Will ich – Ihr laßt es doch nicht ruhn –Euch einmal einen Gefallen tun.“
Das Gräflein zwinkert den Rittern zu:(„Frau Berte, welch eine Gans bist du!“)
Das Gräflein hebt die Finger flink.(„Frau Berte, du bist ein dummes Ding!“)
„Trautlieb, ich schwör’ und beschwör’ es dirBei den drei gemalten Rittern hier!“
Jetzt rufen aus einem Mund die Drei:„Es ist geredet und bleibt dabei!“
Die Wand versinkt: dahinter stehnDrei gült’ge Zeugen. So ist’s geschehn.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 266–267, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Die drei gemalten Ritter“, Fassung 3.488.720 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.
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