Der rumänische Räuberhauptmann Terente
Alfred Henschke · 1890–1928
23 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1927
Ich bin Seine Majestät der Räuberhauptmann Terenteund geruhe, im Donaudelta das Zepter eines knorrigen Eichenknüttels zu schwingen.Ich bin der Herr der hundert Teicheund der Sklave der tausend Mädchen.
Eines Tages in Braila auf dem Marktsah ich zwei schöne Schwestern vom Erker auf mich herniederlächeln.Eines Nachts in Braila auf dem Marktraubte ich sie zu ihren Geschwistern, den Wildenten, in den Donausumpf.
Ich liebe die armen Teufel, die armen Engel.Ich habe zehn kriegsinvaliden Bettlern Leierkästen gekauft.Sie spielen auf den Höfen in Bukarest und Konstanzadas Lied vom Räuberhauptmann Terente.
Cojoccar und Cervusa sind Laffen gegen mich.Man wird sie mit Recht oder Unrecht hängen.Aber nicht hängen wird man mich, der ich hängewild am Leben.
Aeroplane, kleine Kanonenboote, Maschinengewehre, Polizisten, Matrosen, Gendarmen, Soldaten sind gegen mich aufgeboten.Ein ganzes Heergegen einen.Ich bin die Summe eurer Rechenkünste:Ich bin euer Gesetz, das sich gegen euch wendet.Ihr habt mich im Kriege rauben und morden gelehrt.Ich bin euer gelehrigster Schüler, ich, Seine Majestät der Räuberhauptmann Terente.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die Harfenjule S. 37, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der rumänische Räuberhauptmann Terente“, Fassung 3.441.197 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.
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