Zum Inhalt springen
Versbuch

Die Trud

Wilhelm Busch · 18321908

25 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt [1960]

Wahrlich, sagte meine Tante,Die fast alle Geister kannte,Keine Täuschung ist die Trud.Weißt du nicht, daß böse SeelenNächtlich aus dem Leibe rücken,Um den Menschen zu bedrückenUnd zu treten und zu quälen,Wenn er auf dem Rücken ruht?

Lautlos durch verschlossne TürenImmer näher siehst du’s kommenZauberhaft und wunderlich.Und dir graust es vor dem Dinge,Und du kannst dich doch nicht rühren,Und du fühlst dich so beklommen,Möchtest rufen, wenn’s nur ginge,Und auf einmal hat es dich.

Doch wer klug, weiß sich zu schützen:Abends beim ZurruhegehnBrauchst du bloß darauf zu sehn,Daß die Schuhe mit den SpitzenAbgewandt vom Bette stehn.

Außerdem hab ich gehört:Leichtes Herz und leichter Magen,Wie in andern Lebenslagen,Sind auch hier empfehlenswert.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Zu guter Letzt. In: Historisch-kritische Gesamtausgabe in vier Bänden. Band 4, S. 318-319, Vollmer, Wiesbaden u. Berlin, [1960]
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Trud“, Fassung 3.779.944 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Busch starb 1908; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1978 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118517880 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Wilhelm Busch

Alle Gedichte von Wilhelm Busch ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Realismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.