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Versbuch

O trübe diese Tage nicht

Theodor Fontane · 18191898

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1905

O trübe diese Tage nicht,Sie sind der letzte Sonnenschein,Wie lange, und es lischt das LichtUnd unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder TagViel Tage gilt in seinem Werth,Weil man’s nicht mehr erhoffen mag,Daß so die Stunde wiederkehrt.

Die Fluth des Lebens ist dahin,Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,Und sieh, es schleicht in unsern SinnEin banger, nie gekannter Geiz;

Ein süßer Geiz, der Stunden zähltUnd jede prüft auf ihren Glanz,O sorge, daß uns keine fehltUnd gönn’ uns jede Stunde ganz.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 8, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „O trübe diese Tage nicht“, Fassung 1.526.001 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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