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Versbuch

Im Ilsethal

Theodor Fontane · 18191898

29 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1851

1841.

Hier möcht’ ich wo hüpfend die WellenSich stürzen vom Felsgestein,Hier unter dem blauenden HimmelIm Frühling geboren sein.

Dann hätte sich, statt eines Priesters,Sobald ich die Sonne erblickt,Die hehre, göttliche SchöpfungZu meiner Taufe beschickt.

Es hätte sich über dem TäuflingGewölbt des Himmels Dom,Die Bäume hätten gerauschetWie leiser Orgelstrom.

Es wäre darinnen erklungenDer Vögel Melodei;Die Felsen hätten gestandenAls ernste Zeugen dabei.

Ein Felsblock hätte mich sicherIn seinem weiten SchooßWohl über die Taufe gehalten,Umhüllt von duftigem Moos.

Es hätte der Kuß der SonneDie Stirne mir gesengt,Und mit dem Wasser der TaufeDie Ilse mich besprengt.

Die Felsen hätten geschworenDen felsenfesten Schwur:Im Glauben mich groß zu ziehenAn Gott in der Natur.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 15–17, 1. Auflage, Carl Reimarus’ Verlag. W. Ernst., Berlin, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Ilsethal“, Fassung 3.027.950 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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