Ikarus
Theodor Fontane · 1819–1898
12 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Immer wieder dieselbe Geschichte:Siege, Triumphe, Gottesgerichte.
Wem jeder Sprung, auch der kühnste, geglückt,Der fühlt sich dem Gesetz entrückt,Er ist heraus aus dem Alltagstrott,Fliegen will er, er ist ein Gott;Er fällt dem Sonnengespann in die Zügel, –Da schmelzen dem Ikarus die Flügel,Er flog zu hoch, er stürzt, er fällt,Ein neu Spektakelstück hat die Welt,Eben noch zum Himmel getragen …Apollo, zürnend, hat ihn erschlagen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 61, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ikarus“, Fassung 1.526.061 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.