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Versbuch

Im Dorfe

Ada Christen · 18441901

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1870

Richtig da, die alte ScheuerSteht noch auf derselben Stelle,Vor der Thüre flammt das Feuer,Flackert auf, wie einst so helle,

Und wie einst, so heute lagernKunstplebejer, Vagabunden,Blasse Weiber bei den magernKindern und bei alten Hunden.

Jubelnd grüßt das längst-vergess’ne,Jugend-mahnende Gelichter,Ich erkenne schminkzerfress’neKecke, thörichte Gesichter.

Wüst-poetisch, frierend, hungerndFinde ich die AltbekanntenÄrmer noch, noch träger lungernd,Echte Handwerks-Comödianten.

Hinter einem Zaume werdenSie einst jämmerlich verenden,Denn es giebt für sie auf ErdenSchon zu viel der Concurrenten.

Habt als Stümper angefangenUnd seid Stümper auch geblieben;Kirch’ und Parlament seit langenJenes Handwerk besser trieben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Aus der Asche. Neue Gedichte. Seite 52–53, Hoffmann & Campe, Hamburg, 1870
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Dorfe“, Fassung 4.427.738 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Ada Christen starb 1901; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1971 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119549263 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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