Ein Jäger
Theodor Fontane · 1819–1898
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1905
Ich kenn einen Jäger, man heißt ihn „Tod“:Seine Wang ist blaß, sein Speer ist roth,Sein Forst ist die Welt, er zieht auf die Pirsch,Und jaget Elenn und Edelhirsch.
Im Völkerkrieg, auf blutigem Feld,Ist’s, wo er sein Kesseltreiben hält;Haß, Ehrsucht und Geizen nach RuhmesschallSind Treiber im Dienste des Jägers all’.
Nicht fürcht ich ihn selber, wie nah er auch droht,Doch wohl seine Rüden: Gram, Krankheit und NothDie Meute, die stückweis das Leben zerfetzt,Und zögernd uns in die Grube hetzt.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Seite 12, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ein Jäger (Fontane, 1905)“, Fassung 1.661.170 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.
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