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Versbuch

Fester Befehl

Theodor Fontane · 18191898

18 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1905

In Arkadien wurd’ auch ich geboren.Auch ich habe mal auf Freiheit geschworen.

Ich haßte Schranzen und Fürstenschmeichler,Glaubte beinah an Held und Eichler,Und Herwegh, Karl Beck und DingelstetenErhob ich zu meinen Leibpoeten.

„…Auf dem offnen Meere der Freiheit schwimmen …Ein Volk muß immer sich selbst bestimmen,Ein Volk geht immer die rechten Wege,Nieder die Polizeigehege,Nieder die possidentes beati –“So dacht’ auch ich. Oh, tempi passati!

Freiheit freilich. Aber zum SchlimmenFührt der Masse sich selbst bestimmen,Und das Klügste, das Beste, Bequemste,Das auch freien Seelen weitaus Genehmste,Heißt doch schließlich, ich hab’s nicht Hehl:Festes Gesetz und fester Befehl.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 38, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Fester Befehl“, Fassung 1.587.438 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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