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Versbuch

Tröstung des Elia

Rainer Maria Rilke · 18751926

27 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1918

Er hatte das getan und dies, den Bundwie jenen Altar wieder aufzubauen,zu dem sein weitgeschleudertes Vertrauenzurück als Feuer fiel von ferne, undhatte er dann nicht Hunderte zerhauen,weil sie ihm stanken mit dem Baal im Mund,am Bache schlachtend bis ans Abendgrauen,

das mit dem Regengrau sich groß verband.Doch als ihn von der Königin der Botenach solchem Werktag antrat und bedrohte,da lief er wie ein Irrer in das Land,

so lange bis er unterm Ginsterstrauchewie weggeworfen aufbrach in Geschrei,das in der Wüste brüllte: Gott, gebrauchemich länger nicht. Ich bin entzwei.

Doch grade da kam ihn der Engel ätzenmit einer Speise, die er tief empfing,so daß er lange dann an Weideplätzenund Wassern immer zum Gebirge ging,

zu dem der Herr um seinetwillen kam:Im Sturme nicht und nicht im Sich-Zerspaltender Erde, der entlang in schweren Faltenein leeres Feuer ging, fast wie aus Schamüber des Ungeheuren ausgeruhtesHinstürzen zu dem angekommnen Alten,der ihn im sanften Sausen seines Bluteserschreckt und zugedeckt vernahm.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 10, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Tröstung des Elia“, Fassung 2.353.098 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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