Nie bist du ohne Nebendir
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1931
Eine Wiese singt.Dein Ohr klingt.
Eine Telefonstange rauscht.Ob du im Bettchen liegstOder über Frankfurt fliegst,Du bist überall gesehen und belauscht.
Gonokokken kieken.Kleine Morcheln horcheln.Poren sind nur Ohren.Alle Bläschen blicken.
Was du verschweigst,Was du den andern nicht zeigst,Was dein Mund sprichtUnd deine Hand tut,Es kommt alles ans Licht.Sei ohnedies gut.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kinder-Verwirr-Buch, S. 10-11, 1. Auflage, Berlin, 1931
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Nie bist du ohne Nebendir“, Fassung 3.780.117 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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