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Versbuch

Im Stübchen

Rainer Maria Rilke · 18751926

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1955

(2)

Traut ists, wenn verstohlen heulenim Kamine wilde Winde,in der Stube; ganz gelindetickt auf dem barocken Spindefort die Stockuhr mit den Säulen.

Dort, die kleine Silhouettezeigt die alte Tracht der Locken,tief im Fenster steht ein Rocken,und vergeßne Töne stockenim verlassenen Spinette.

Immer noch liegt die Postille,daß an ihrem Geist erfrischejung und alt sich, auf dem Tische,und der Spruch ob jener Nischelautet: ›Es gescheh Dein Wille…‹

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 14., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Stübchen“, Fassung 3.780.092 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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